2. Der Philosophieunterricht und das Maturitätsziel

Ziele

A. "Ziel der Maturitätsschulen aller Typen ist die Hochschul­reife. Sie besteht im sicheren Besitz der grundlegenden Kennt­nisse und in der Fähigkeit, selbständig zu denken, nicht aber in möglichst weit vorangetriebenem Fachwissen. ... Die Matu­ritätsschule soll gebildete Persönlichkeiten formen, die zu gemeinsamer Arbeit Fähig und die sich als Glieder der Gesell­schaft ihrer menschlichen und staatsbürgerlichen Verantwor­tung bewusst sind." (MAV, Art. 7)

B. "Das Obligatorium der acht Fächer Muttersprache, zweite Landes­sprache, Mathematik Geschichte, Biologie, Geographie, Physik und Chemie vermittelt allen den sicheren Besitz der grundlegen­den Kenntnisse." (Bericht "Die Reduktion der Maturitätstypen und Maturitätsfächer", S. 30)

  1. Soll das Ziel (A) erreicht werden, ist es angebracht, der Philosophie den ihr gebührenden Platz im Mittelschulunterricht einzuräumen.
  2. Das Obligatorium der acht Fächer (cf B) ist weder der ein­zige noch der sicher richtige Weg zum sicheren Besitz der grundlegenden Kenntnisse (cf unsere Stellungnahme und jene der SPG zum Bericht "Die Reduktion..." in unseren Mitteilungen vom 31.12.80).
  3. Die Fähigkeit, selbständig 2u denken und gemeinsam zu arbeiten, und das soziale Verantwortungsbewusstsein können nicht besser entwickelt werden als durch das kritisch-dialogische philoso­phische Denken und die Ergänzung zu den andern Fächern, welche die Auseinandersetzung mit dem Gegenstand der Philosophie bringt.
  4. Von sich aus und ohne Hilfe findet aber ein Mittelschüler eben­so schlecht zur Philosophie wie zu den wissenschaftlichen Theo­rien und bedarf daher eines ernsthaften Philosophieunterrichtes, um das Maturitätsziel bestmöglich erreichen zu können.

Fragen

  1. Sind Sie mit den Thesen über die Notwendigkeit des Philosophie­unterrichtes einverstanden?
  2. Fehlt etwas Wesentliches ?
  3. Welche Thesen sollten geändert werden ?