1. Grund und Ziel des Philosophieunterrichtes

  1. Das Ziel des Philosophieunterrichtes ist es, die Lernenden zum selbständigen Philosophieren zu führen.
  2. Philosophie ist die Auseinandersetzung mit der allem menschli­chen Wissen, Glauben und Handeln unauflösbar innewohnenden Problematik.
  3. Sie ist als systematische und kritische Analyse objektiver Gegebenheiten lehr- und lernbar im Sinne wissenschaftlicher Lehr- und Lernbarkeit.
    1. Sie lässt sich in intersubjektiv verifizierbaren und nach­vollziehbaren Sätzen aussagen und mitteilen, aber nicht ein­fach durch die Vorgabe zu lernender Aussagen vermitteln und durch das Erlernen solcher Aussagen als sichere Kenntnis er­werben und besitzen, sondern nur im selbständigen dialogi­schen Denken vollziehen.
  4. Philosophie hat ihren eigenen Gegenstand und beansprucht daher zu Recht die Stellung einer eigenständigen Wissenschaft. Denn :
    1. Die Problematik, mit der sie sich auseinandersetzt (siehe 2), ist nicht identisch mit der jeder Wissenschaft eigenen Pro­blematik, die eben diese Wissenschaft in eigener Anstrengung und durch ihre eigene Entwicklung zu bewältigen hat.
    2. Die Philosophie ist also nicht die Verallgemeinerung dieser Problematiken, auch keine Synthese des gesamten menschlichen Wissens und noch weniger ein Weg zu den ewigen und absolu­ten Wahrheiten, wie es ein religiöser oder ideologischer Glaube ist oder sein kann.
  5. Dem Philosophieunterricht dürfen deshalb, gerade weil er so grundlegend und wichtig ist, keine Aufgaben übertragen werden, die er als Philosophieunterricht nicht erfüllen kann.

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